30.05.2012

Untersuchung

Mehrfachbelastung für Migrantinnen


Die Medienservicestelle Neue ÖsterreicherInnen untersuchte die Probleme von Migrantinnen in Österreich. Im Fokus stehen dabei Fragen in Bezug auf Gesundheitsvorsorge, Arbeitsmarktsituation und Bildung. Die Aussichten bleiben düster, denn Frauen mit Migrationshintergrund sind weiterhin mehrfach belastet.

Gesundheitsvorsorge spielt bei Frauen mit ex-jugoslawischen oder türkischen Migrationshintergrund noch immer eine nebensächliche Rolle. Laut dem Bericht “Femigration & Integration” (2011) des Österreichischen Integrationfonds (ÖIF) und der Statistik Austria haben sich gerade einmal 55% der Migrantinnen (Alter: 40 plus) einer Mammographie unterzogen. Zum Vergleich: 76% der autochthonen Österreicherinnen ließen sich bereits untersuchen. Auch im Bereich Familie zeigen sich Unterschiede. So sind Migrantinnen zum Zeitpunkt der Eheschließung jünger (zw. 22 und 24 Jahre) und bringen im Schnitt mehr Kinder zur Welt als Frauen mit österreichischer Herkunft. Frauen aus dem ehem. Jugoslawien brachten 2010 1,9 Kinder und Migrantinnen aus der Türkei 2,4 Kinder zur Welt.

Problematisch bleibt weiterhin die Situation rund um die Themen Arbeitsmarkt und Bildung. Vergleichsweise mehr Migrantinnen aus dem ehem. Jugoslawien und der Türkei arbeiten in Bereich mit wenig Anerkennung, wie z.B. Gebäudereinigung oder Gastronomie. Hingegen sind Migrantinnen in Berufszweigen wie Finanz oder öffentlicher Dienst stark unterrepräsentiert. Die Gründe für dieses ungleiche Verhältnis sind vielseitig: Einerseits haben schlechte Ausbildung und Probleme bei der Anerkennung von Zeugnissen negative Auswirkung auf den Erfolg am Arbeitsmarkt. Andererseits kommt es weiterhin zu Diskriminierung seitens der Arbeitgeber. Letzteres ist auch ein Problem von Frauen mit österreichischer Herkunft.

Diese Defizite sollen laut Staatssekretariat für Integration auch im Jahr 2012 weiterhin bekämpft werden. Hierfür wurde ein Frauen-Schwerpunktprogramm initiiert, welches 19 Projekte mit einer Fördersumme von 0,8 Mio. € umfasst.


Quelle: ÖMPA
Foto: sxc.hu



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