21.12.2011
Gastkolumne
Zusammenleben: eine Frage der (Diskussions)Kultur

Eine Gastkolumne von Andreas Mailath-Pokorny, Stadtrat für Kultur und Wissenschaft
„Interkulturalität – Migrant Mainstreaming“ lautet das Schlagwort, das die rot-grüne Stadtregierung in den nächsten Jahren im Kulturbereich umsetzen will. Es geht darum, das Thema Migration und Zuwanderung stärker in den öffentlichen Diskurs zu rücken – in dem Fall aus der Kultur heraus. Denn positive Aspekte der Zuwanderung bleiben von den Medien allzu oft verschwiegen. Wer wenn nicht die Kultur selbst, könnte hier zwischen den Kulturen vermitteln. Aber nicht nur Kreative und KünstlerInnen, sondern vor allem auch BürgerInnen sind hier bei einem Thema gefragt, das zu wichtig ist, um es anhand von Vorurteilen anzugehen.
Einen künstlerischen Betrag dazu liefert beispielsweise das Theater „Garage X“ mit seiner Projektreihe namens „Pimp my Integration“: Von 18. Jänner bis 10. Februar 2012 nehmen sich Schauspieler und Kabarettisten dem Thema Integration an. Garniert ist das künstlerische Programm mit hochkarätig besetzten Diskussionen.
Nicht weniger spannend war die kürzlich zu Ende gegangene Produktion des Volkstheaters „Die Reise“, in der 30 MigrantInnen in einer gelungenen Inszenierung ihre eigene, authentische Geschichte der Einreise nach Österreich auf der Bühne erzählten.
Die Initiative für derartige Versuche im Kulturleben der Stadt nahmen nicht zuletzt auf der Internet-Plattform „Wien denkt weiter“ ihren Ausgang. Der Blog „Wien denkt weiter“ bringt interessierte BürgerInnen und kreative Köpfe in einen konstruktiven, oft auch kontroversiellen Diskurs miteinander. Genau zu diesem Zweck gründete ich „Wien denkt weiter“ vor einigen Jahren: Denn als Politiker verstehe ich meine Rolle nicht nur darin, Ideen vorzugeben und umzusetzen sondern vor allem auch verschiedene Ansätze kennenzulernen und zu moderieren.
In diesem Sinn ist „Wien denkt weiter“ ein gelebter Beitrag
zum Zusammenleben – Ein
Dialog auf kontroverse, aber konstruktive Art.
Derzeit ist Integration ein
Themenschwerpunkt von „Wien
denkt weiter“, zu dem ich alle interessierten Leserinnen und Leser herzlich
einlade, mitzureden, zu posten und teilzuhaben. Denn was Kommunikation nicht
ausfüllt, schließt das Vorurteil.
Foto: Rigaud
Mit Freunden teilen:






