19.12.2011

Programm im Januar 2012

PIMP MY INTEGRATION TEIL 2


Highlights: 
VERRÜCKTES BLUT:  Schillers Räuber mit vorgehaltener Knarre - Eine Lehrerin sieht rot. Österreichische Erstaufführung des deutschlandweiten Theatererfolgs der letzten Saison der new space company. HEIMAT BIST DU GROßER DÖNER: Der Stand-up-Comedy-Abend in der GARAGE X - u.v.m

Am 18., 20.,  21. Jänner, 20 Uhr,
Weitere Vorstellungen Februar & März 2012
VERRÜCKTES BLUT von Nurkan Erpulat & Jens Hillje

Frei nach dem Film „La Journée de la Jupe“, Drehbuch und Regie Jean-Paul Lilienfeld
Eine Koproduktion mit new space company, ÖEA
Inszenierung: Volker Schmidt
Projekttag Friedrich Schiller. Sonia Kelich, hoch motiviert und mit Reclam-Heften unter dem Arm, bemüht sich ihren Schülern Schillers idealistische Vorstellung vom klassischen deutschen Theater zu vermitteln. Doch Bastian, Hakim und Musa randalieren und boykottieren den Unterricht. Da fällt plötzlich in einem Gerangel eine Pistole aus Musas Tasche. Sonia Kelich nimmt kurz entschlossen die Waffe an sich, zwingt die Schüler mit vorgehaltener Pistole, "Räuber" und "Kabale und Liebe" zu spielen und versucht so, die Ideale der Aufklärung zu vermitteln. Mit dieser Geiselnahme beginnt nicht nur ein abgründiger Tanz der Genres vom Thriller über die Komödie zum Melodrama, sondern auch die spielfreudige und provokante Dekonstruktion aller vermeintlich klaren Rollen und Identitäten. Die aberwitzige Situation entlarvt aberwitzige gesellschaftliche Positionen der Migrationsdebatte.
Mit: Karin Yoko Jochum, Oktay Güneş, Nancy Mensah-Offel, Kara Mustafa, Benjamin Muth, Khaled Sharaf El Din, Serkan Temel u.a 
Im Anschluss an die Vorstellung am 20. Jänner findet ein Publikumsgespräch statt.

Am 19. Jänner um 20 Uhr 
HEIMAT BIST DU GROßER DÖNER Stand-up-Comedy in der GARAGE X

Aida Loos: Hartes Loos
Aida Loos ist eine in Wien lebende und in Teheran geborene Schauspielerin, die nun ihr erstes Kabarettprogramm "Hartes Loos" geschrieben hat. Ursprünglich hatte sie geplant, mit ihrem echten Namen, nämlich Aida Hossein, zu arbeiten, was aber schnell zu vielen Missverständnissen führte. Weiters führt Aida Loos ein Doppelleben, da sie neben ihren schauspielerischen Tätigkeiten auch in der Gastronomie ihr Unwesen treibt. Was ihr da alles passiert und warum Hossein kein Name ist, mit dem man die Welt auf anhieb erobern kann, das verrät sie uns unter anderem in ihrem neuen Programm. Es sind, wie meistens, Geschichten, die das Leben schreibt. Aida`s Leben zwischen Orient, Oxident, Finanzkrise, Wollen und Inshallah.

Jack Nuri: Von den getürkten Türken
Der erste türkischstämmige Kabarettist Österreichs! Jack Nuri wurde in Samsun/Türkei geboren und kam mit 4 Jahren nach Österreich. Im Alter von 7-10 wurde er wieder von seinen Eltern in die Türkei zu seinem Großvater geschickt, um dort die Volksschulzeit zu absolvieren. Danach kam er wieder zurück, vollendete seine Schulpflicht und machte 1997 die Meisterprüfung als KFZ-Spenglermeister. Er ist seit 2003 mit einer eigenen Werkstatt selbständig. Von Kindheit an hatte er ein Talent, Dinge auf eine humoristische Weise zu erzählen und eine scharfe Beobachtungsgabe von Menschen, welche er mit großem Unterhaltungswert schauspielerisch darstellen kann. Neben seinem Beruf als Spenglermeister widmet er sich seiner Tätigkeit als Kabarettist und Comedian, welches in kürzester Zeit großen Anklang gefunden hat. 

Adem Karaduman: Ich bin! - bin ich?
Der Austro Türkische Schauspieler, Entertainer und Comedian zählt zur Elite der Multikulturellen und Österreich – Türkischen Charakterdarsteller. Die Karriere begann Ende der 90’er Jahre. Seinen Anfang mit der Schauspiel-, Comedy-, und Entertainmentkarriere feierte er im Jahre 2001 als der "Beste Entertainer auf der Riveria Antalyas". Für seine mannigfaltigen schauspielerischen Fähigkeiten, seinen Talent im Comedy und Entertainment wurde Adem Karaduman zweimal mit dem Preis für den besten Showmaster in Antalya ausgezeichnet.

Am 25. Jänner um 20.30 Uhr
SCHMUTZ DER ZEIT – part 3 
Eine migratorische Installation

Eine Produktion des kulturverein trans port
Text und Konzeption: Durmus Dogan und Michaela Wolf
Im Zentrum Geschichten, Stationen und Introspektionen aus dem gleichnamigen Roman „Schmutz der Zeit“. Heimatlose guten Willens auf der Suche nach ihren verlorenen Welten, Werten und Ersatzphilosophien versuchen eine Wiener Heimat zu finden. Ein Spiel mit Vorurteilen und Pauschalisierungen bezüglich Heimat, Zugehörigkeit sowie Funktion und Rolle der Frauen, aber auch der Männer in spezifischen nationalen Kontexten. Individuen mit ihren unterschiedlichsten Geschichten und Prägungen versus kollektiver Stigmatisierung. Der Versuch alltägliche Privatsphäre als Kommunikationsgrundlage aufzumachen und dabei auf plakatives Drama zu verzichten.
Und dabei eindimensionale Etikettierungen als nicht zukunftsträchtiges Instrumentarium durch andersartige Einblicke in die hier lebenden, verschiedenen Gesellschaften zu demontieren. Gedankenwege aus der Generalisierung. Näherrücken der Unterschiedlichkeit des Fremden.
Mit: Sadik Akfirat, Keiko Arai, Durmus Dogan, Müsgan Dogan, Hakki Kilic, Habip Pirhan, Michaela Wolf u.a.

26. Jänner 2012 um 19 Uhr in der GARAGE X
KUNST ALS LÖSUNG SOZIALER PROBLEME? 
Die Verwechslung von Postmigrantischer Kultur- mit Sozialarbeit 

Podiumsdiskussion
Ist Kunst der Spiegel der Gesellschaft oder doch (Re)Formerin? Wann wird Kunst zu Sozialarbeit, um gesellschaftliche Missstände zu kompensieren? Warum ist das Soziale immer Begleiter von Kunstprojekten von/über MigrantInnen/ZuwanderInnen/Neo-ÖsterreicherInnen? Warum stellt Johannes C. seinen Antrag auf Förderung bei der Kulturabteilung und Ayse A. bei der Abteilung für interkulturelle Angelegenheiten? Oder geht es doch um etwas ganz anderes, nämlich um die tiefsitzende Weisheit, dass wir Kunst machen, die anderen aber nur gerettet werden müssen? Und Kunst somit nur ein pädagogisches Mittel ist?
Moderation: Hikmet Kayahan

27. Jänner und 28. Jänner, anschließend Publikumsgespräch
DIE ZWÖLF GESCHWORENEN
Für die deutsche Bühne dramatisiert von Horst Budjuhn 
Eine Produktion des Theaterhauses Stuttgart
Zum ersten Mal in Österreich

Inszenierung: Werner Schretzmeier
Mit seiner neuen Produktion setzt das Theaterhaus Stuttgart die Arbeit mit einem internationalen Schauspielensemble fort. Auf die Bühne treten zwölf junge Darsteller mit Migrationshintergrund. Ihre Eltern stammen aus der Türkei, aus Eritrea, Kenia, dem Kosovo und Kasachstan. Mit dem ersten Satz dieses Stückes beginnt eine scharfe Auseinandersetzung um Urteile und Vorurteile, der sich alle Darsteller stellen müssen – egal ob sie ausgebildete Schauspieler sind, auf die Schauspielschule gehen oder zum ersten Mal auf der Bühne stehen. Das Publikum erlebt, wie schmerzhaft und konfliktreich es sein kann, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben, wenn man sich nicht mit vorgefassten Meinungen zufrieden geben will.
Mit: Alma Gashi, Larissa Ivleva, Emre Akal, Imam Cagla, Ufuk, Cakmak, Levent Gürsoy, Irfan Kars, Aron Keleta, Yavuz Köroglu, Hank Märkle, Brian Mebert, Ismail Yavuzkurt, Günter Brombacher

Quelle: Petra Reichenberger
Foto: Emanuel Jesse



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