07.12.2011
Einkommenstransparenz
Neueste Zahlen zur Lohnschere alarmierend

"Frauen verdienen gerade einmal 60 Prozent von dem, was Männer verdienen. Die aktuellsten Zahlen der Statistik Austria sind alarmierend", so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Daten zur Lohnschere in Österreich.
"Sie zeigen aber auch: Die Maßnahmen für mehr Einkommenstransparenz waren überfällig und sind goldrichtig." Konkret liegt das Jahreseinkommen 2010 von Frauen bei 18.270 Euro, das von Männern bei 30.316 Euro. Am größten ist die Lohnschere bei ArbeiterInnen, wo Frauen gerade einmal 44 Prozent des Männereinkommens verdienen. "Einen Beitrag zu leisten, um diese Lohnschere zu verringern - das bleibt mein Ziel als Frauenministerin. Maßnahmen wie der Online-Gehaltsrechner, die Einkommensberichte für Unternehmen oder die Gehaltsangaben in Stelleninseraten sind wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Lohngerechtigkeit in unserem Land", so Heinisch-Hosek.
Teilzeit erklärt 20 Prozent der Lohnschere
Ein Teil der Einkommensunterschiede ist auf die hohe Teilzeitquote bei Frauen zurückzuführen, die aktuell bei über 40 Prozent liegt. Bereinigt man die Berechnung um diesen Faktor, steigt das Jahreseinkommen der Frauen auf 81 Prozent der Männer. "Eine Teilzeitkraft bekommt für die gleiche Arbeit um bis zu 30 Prozent weniger Stundenlohn als eine Vollzeitkraft. Teilzeit ist nicht nur ein Karrierekiller, sondern erhöht das Risiko für Frauen, in die Armut abzugleiten", so Ministerin Heinisch-Hosek. "Daher setze ich mich dafür ein, dass Unternehmen ihren Teilzeitbeschäftigten Vollzeitjobs intern anbieten, bevor sie extern ausschreiben."
Vorbild öffentlicher Dienst
Am geringsten ist die Lohnschere im öffentlichen Dienst. Beamtinnen und weibliche Vertragsbedienstete bekommen 93 bzw. 77 Prozent des Einkommens von Beamten und männlichen Vertragsbediensteten. "Wieder einmal sind wir im öffentlichen Dienst Vorbild, wenn es um den Abbau von Benachteiligungen geht. Der Schlüssel zu diesem Erfolgsweg heißt Transparenz und Frauenförderung. Denn im Bund haben wir längst schon Einkommensberichte, Frauenquoten und eine Kultur der Gleichberechtigung", so die Ministerin abschließend.
Quelle: ots
Foto: sxc.hu
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