Unterrepräsentiert
In österreichischen Mainstreammedien sind Menschen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert. Vor allem bei Jobs vor der Kamera werden ausländisch klingende Namen nach wie vor als Hindernis betrachtet.
Die Kolleginnen haben Angst vor dir, so der Vorwurf, den sich Patrick Bongola, ehemaliger „Wie bitte?“-Moderator beim ORF, anhören musste. Er konnte das nicht glauben und hakte nach. Ergebnislos. Doch mit ein Grund, warum es der Schauspieler und Musiker mit afrikanischen Wurzeln, wie er sagt, „nur fünf Monate beim ORF aushielt“.
Nur negative Assoziationen
In Bildmedien, so Hausjell, seien sie gar nicht präsent. Beispiel Schulbeginn: In Medien werden nur Bilder von Kindern der Mehrheitsgesellschaft abgebildet. Für den Kommunikationswissenschaftler ein eklatanter Widerspruch zur Debatte um den hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in Schulklassen.
Eine Untersuchung im Rahmen einer Diplomarbeit im Raum Wels ergab, dass Journalisten über Aktivitäten von Vereinen der Mehrheitsgesellschaft regelmäßig berichten, während jene der Migranten vernachlässigt werden. Mit den Ergebnissen konfrontiert, kam von Journalisten der Einwand: „Das ist nichts für unsere Leser.“
In der Mediennutzungsforschung setzt sich das Problem fort, so Hausjell. Migranten werden in der Medienanalyse nicht ausgewiesen. Doch ihn wundert es nicht, wenn Migranten tendenziell weniger zu Mehrheitsmedien greifen, denn häufig können sie sich in der Berichterstattung nur in einer sehr starken Einseitigkeit wiederfinden.
Um adäquatere Bilder zu schaffen, fordert Hausjell faire Berufschancen für Migranten. Ein Gegenargument von Medienmachern, das er schon nicht mehr hören kann, weil unberechtigt: „Migranten können nicht gut Deutsch oder sie haben einen Akzent.“
Ein ORF-Mitarbeiter, der anonym bleiben will, bringt es auf den Punkt: Im ORF ist ein deutscher Akzent nicht möglich, warum soll da ein türkischer möglich sein?
Weiterlesen auf: www.diepresse.com
Wo bleiben Migranten vor der Kamera?
In österreichischen Mainstreammedien sind Menschen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert. Vor allem bei Jobs vor der Kamera werden ausländisch klingende Namen nach wie vor als Hindernis betrachtet.
Die Kolleginnen haben Angst vor dir, so der Vorwurf, den sich Patrick Bongola, ehemaliger „Wie bitte?“-Moderator beim ORF, anhören musste. Er konnte das nicht glauben und hakte nach. Ergebnislos. Doch mit ein Grund, warum es der Schauspieler und Musiker mit afrikanischen Wurzeln, wie er sagt, „nur fünf Monate beim ORF aushielt“.
Nur negative Assoziationen
In Bildmedien, so Hausjell, seien sie gar nicht präsent. Beispiel Schulbeginn: In Medien werden nur Bilder von Kindern der Mehrheitsgesellschaft abgebildet. Für den Kommunikationswissenschaftler ein eklatanter Widerspruch zur Debatte um den hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in Schulklassen.
Eine Untersuchung im Rahmen einer Diplomarbeit im Raum Wels ergab, dass Journalisten über Aktivitäten von Vereinen der Mehrheitsgesellschaft regelmäßig berichten, während jene der Migranten vernachlässigt werden. Mit den Ergebnissen konfrontiert, kam von Journalisten der Einwand: „Das ist nichts für unsere Leser.“
In der Mediennutzungsforschung setzt sich das Problem fort, so Hausjell. Migranten werden in der Medienanalyse nicht ausgewiesen. Doch ihn wundert es nicht, wenn Migranten tendenziell weniger zu Mehrheitsmedien greifen, denn häufig können sie sich in der Berichterstattung nur in einer sehr starken Einseitigkeit wiederfinden.
Um adäquatere Bilder zu schaffen, fordert Hausjell faire Berufschancen für Migranten. Ein Gegenargument von Medienmachern, das er schon nicht mehr hören kann, weil unberechtigt: „Migranten können nicht gut Deutsch oder sie haben einen Akzent.“
Ein ORF-Mitarbeiter, der anonym bleiben will, bringt es auf den Punkt: Im ORF ist ein deutscher Akzent nicht möglich, warum soll da ein türkischer möglich sein?
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