02.11.2011

Wertewandel in Europa

Religiosität "stabil in Veränderung"


Als "stabil in Veränderung" lässt sich laut der Wiener Theologin Regina Polak die Religiosität in Europa umschreiben. Gott und Gebet blieben wichtig, jedoch verändere sich, was die Menschen mit Gott und Religiosität in ihren Sinnkonzepten und ihrer Lebenspraxis verbinden, sagte Polak am Donnerstag in Wien bei der Präsentation des von ihr herausgegebenen Buches  "Zukunft.Werte.Europa". Darin sind die Ergebnisse der von 2008 bis 2010 durchgeführten Europäischen Wertestudie zusammenfasst und wissenschaftlich-interdisziplinär gedeutet.

Polak erteilt in dem von ihr verantworteten Religionsteil einer eng gefassten Säkularisierungsthese eine Absage: Ein kontinuierlich voranschreitender Bedeutungsverlust von Religion in modernen Gesellschaften sei aus den Daten nicht ableitbar. Die Werte beim Gottesglauben, der Gebetshäufigkeit und beim Kirchgang seien in den vergangenen 20 Jahren in Europa relativ konstant geblieben, so die Theologin. Freilich zeige sich auch ein sozioreligiöser Wandel: In einzelnen Ländern gibt es größere Gruppen religiöser Menschen ohne konfessionelles Selbstverständnis; ebenso gibt es innerhalb der Konfessionellen auch nicht-religiöse Personen. 

Markant ist laut Polak die hohe Bedeutung der Kirchenzugehörigkeit: "In der Intensität von Glaube, Kirchgang und Gebet differenziert sich das Feld in hochreligiöse Länder orthodoxer und national-katholischer Tradition, mittelreligiöse Länder katholischer und katholisch-protestantischer Tradition und niedrigreligiöse Länder protestantischer Tradition". Das heißt: In Bezug auf Gottgläubigkeit, Kirchgang und Gebetspraxis top sind Länder wie Rumänien, Polen, Griechenland, Italien und Kroatien, ganz hinten rangieren Tschechien, Ostdeutschland und die skandinavischen Staaten. 

Polak: "Auf einen Katholiken, der an Gott glaubt, kommen 0,25 Prozent Protestanten und 2,5 Orthodoxe." 

Quelle: ots 
Foto: sxc.hu



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