11.06.2012

Beauftragter ernüchtert

5000 Schulschwänzer alleine in Wien


Der Wiener Schulschwänzbeauftragte Horst Tschaikner zieht nach zwei Monaten ernüchternde Bilanz. Er wollte das Schwänzen „uncool“ machen, doch alleine in Wien schwänzen 5000 Schüler regelmäßig.

Immer mehr Schulen haben mit Zu-Spät-Kommen, verfrühtem/verlängertem Urlaub oder einfach mit dem Nicht-Erscheinen der Schüler zu kämpfen. Deshalb ist seit zwei Monaten der neue Schulschwänz-Beauftragte, Horst Tschaikner, im Dienst. Laut der Stadtschulratspräsidentin, Susanne Brandsteidl (SPÖ), schwänzen mehr als 5000 Schüler regelmäßig in Wien.

Viele Schulen gehen zu locker damit um. Tschaikner, der selbst langjähriger Lehrer ist, empört sich gegenüber Radio Wien: "Es herrscht in einigen Schulen von 8 bis 9 Uhr an manchen Tagen und in manchen Klassen fast Kaffeehausbetrieb". Auch Eltern würden das Schwänzen geradezu unterstützen, indem sie ihre Kinder für einen verfrühten bzw. verlängerten Urlaub, der für sie kostengünstiger ist, aus der Schule nehmen.

Ein Vorschlag um dem Schuleschwänzen entgegenzuwirken kam bereits vom Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz. Er sprach sich für Geldstrafen bei "massiver Schulpflichtverletzung" aus, was zu empörten Reaktionen der Aktion kritischer Schüler (AKS) führte und vom Sozialministers Hundstorfer nicht gutgeheißen wurde.

Nun soll ein Maßnahmenkatalog erstellt werden der unter anderem die Rechtsgrundlagen klären soll und aufzeigen soll, wie gefährdete Schüler erkannt werden können. Weiters soll das intensive Gespräch mit Eltern und Schülern bezüglich dieser Problematik gesucht werden. "Wer Schule schwänzt, vergibt seine Chancen fürs Leben", erklärt Tschaikner.



Text: Rebecca Jelenko

Foto: shutterstock.com 




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